Stadtschloss Potsdam nach dem Ende der MonarchieDer Brandenburger Landtag lässt das Schloss neu entstehen
Potsdams Stadtschloss war seit 1932 Museumsschloss und wurde 1945 zerstört.1959 wurde die Ruine abgetragen. Nun folgt ein Neubau, den teilweise die alte Fassade schmückt.
Nach dem Tod des Königs Friedrich Wilhelm IV. wurde das Potsdamer Stadtschloss von den preußischen Königen und deutschen Kaisern nur noch wenig genutzt. Schon 1910 wurde im Schloss ein Museum eingerichtet. Die Weimarer ZeitNach dem Ersten Weltkrieg zogen das Arbeitsamt und die Stadtverwaltung in das Potsdamer Stadtschloss ein. Der Magistrat der Stadt Potsdam hielt hier seine Sitzungen ab. Außerdem wurden Räume für kulturelle Aktivitäten bereitgestellt. 1922 wurde das Potsdamer Garnisonsmuseum im Stadtschloss eröffnet. Dann wurde das Schloss restauriert. Teilweise wurden Räume nach historischem Vorbild rekonstruiert. 1932 war das Potsdamer Stadtschloss als Museumsschloss hergerichtet. Das Potsdamer Stadtschloss im Dritten Reich und Zweiten WeltkriegKurz vor dem Ende des Krieges wurde Potsdam 1945 Ziel mehrerer schwerer Bombardierungen. Das Stadtschloss und viele Bauten in seiner Umgebung brannten völlig aus. Die kostbare Innenausstattung des Schlosses ging überwiegend verloren. Die Fassade des Schlosses hatte schwere Schäden erlitten. Der Westflügel war teilweise zerstört und das Fortunaportal war weitgehend zerstört. Der größte Teil der Außenmauern blieb mit Brandschäden stehen. Das Potsdamer Stadtschloss in der DDR1959 wurde der Abriss der Ruine des Stadtschlosses in Potsdam beschlossen. Es gab zwar eine Protestwelle dagegen, doch im November 1959 begann die Abräumung des Geländes. Im April 1960 war das Potsdamer Stadtschloss nur noch auf Bildern zu sehen. Mit den Trümmern des Stadtschlosses wurde der benachbarte Lustgarten aufgeschüttet. Dabei konnten einige Teile der Fassade, darunter die Giebel der Kopfbauten zum Alten Markt, geborgen werden. Teile davon sind heute auf dem Neuen Markt vor dem Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte ausgestellt. Das Gelände des Stadtschlosses wurde überwiegend Verkehrsfläche. Mehrspurige Straßen kreuzten sich hier. Der an das Schloss angrenzende Alte Markt war nicht mehr wirklich wahrnehmbar. Bombenhagel und Abrisswut hat der ehemalige Marstall überstanden. Auch er sollte abgetragen werden. Doch Änderungen der Stadtplanung haben dazu geführt, dass er stehen blieb und heute vom Filmmuseum Potsdam genutzt werden kann. Auf dem Areal des Stadtschlosses wurde Ende der achtziger Jahre mit einem großen Theaterneubau begonnen. Doch die Wende 1989 machte den Widerstand gegen dieses Projekt stark. 1991 wurde der Rohbau des Theaters abgerissen. Und nun begann eine neue und fast endlose Diskussion um das Stadtschloss. Die Idee, das Stadtschloss als Wahrzeichen Potsdams wieder aufzubauen, wurde propagiert und heftig bekämpft. Planungen für den Wiederaufbau des Potsdamer StadtschlossesEs mehrten sich die Stimmen für einen Wiederaufbau des Stadtschlosses auf dem historischen Ort befürworteten. Doch ein Konzept für die Nutzung und Finanzierung kam nicht zustande. Und die Verkehrsbauten standen diesen Ideen noch immer im Weg. Zur Bundesgartenschau 2001 in Potsdam öffneten Günther Jauch und andere Spender ihre Börsen. Sie finanzierten den Wiederaufbau des Fortunaportals. Damit war ein erstes Faktum für einen Wiederaufbau des ganzen Schlosses geschaffen. Dann fiel die Idee, für den brandenburgischen Landtag hier einen Bau zu errichten, nach weiterer heftiger und langer Diskussion und Volksbefragung, schließlich doch auf fruchtbaren Boden. Entscheidung zum Bau des Landtages2005 beschloss der Landtag von Brandenburg den Neubau eines Gebäudes in der Kubatur des Stadtschlosses. Die Gestaltung des Gebäudes war noch völlig offen. Aber ein Kostenrahmen von 80 Millionen Euro wurde festgelegt. Das Land wollte keine Wiederherstellung der historischen Form des Stadtschlosses. Die Idee des Wiederaufbaues drohte zu scheitern. Der Stadtrat von Potsdam konnte zu keinen Entscheidungen hinsichtlich des Bebauungsplans für das Schlossgelände kommen. Schließlich wurden im November 2006 die Bürger befragt. Eine relative Mehrheit sprach sich für den Standort Stadtschloss für den Landtag aus. Die Stadt Potsdam stand nun für einen Landtag im Stadtschloss. Das Land stockte die Finanzmittel auf 110 Millionen Euro auf, ließ aber die Fassadengestaltung offen. Eine Bürgerinitiative kämpfte dann für eine historische Außenfassade am neuen Landtag. Hasso Plattner, Mitbegründer des Softwarehauses SAP, spendete 20 Millionen Euro für eine historische Fassade, in die auch die noch vorhandenen Fragmente des Originals wieder eingebaut werden sollen. BaustartNun wird gebuddelt. Die Archäologen haben den Untergrund des Schlosses weitgehend untersucht. Die Straßen werden neu geführt, die Straßenbahngleise verlegt, die Lange Brücke über die Havel verändert. Potsdam ist im Sommer 2009 in seinem Zentrum eine einzige Baustelle. Der Landtagsneubau soll bald errichtet werden. Zum Jahresanfang 2013 will Brandenburgs Landtag die von Franz Schwechten erbaute ehemalige Reichskriegsschule auf dem Brauhausberg verlassen. Im Volksmund wird dieser Bau, den die Bezirksleitung Potsdam der SED nutzte, immer noch als „Kreml“ bezeichnet. Die Ausführung soll nach derzeitigem Stand die neiderländische Baugruppe BAM übernehmen, die aus dem Wettbewerb im August 2009 zum Sieger gekürt wurde. Der Aufwand wird derzeit mit 119,6 Millionen Euro beziffert.
Der Artikel Stadtschloss Potsdam nach dem Ende der Monarchie in Architektur unterliegt dem Urheberrecht. Jegliche Verwendung dieses Textes, auch auszugsweise, erfordert die vorherige schriftliche Erlaubnis des Autors. Autor des Artikels Stadtschloss Potsdam nach dem Ende der Monarchie ist Harald Rossa.
Ähnliche Artikel
Ähnliche Themen
Schlagworte
Mehr in Kunst & Mode
|