Masterplan der Sanierungsmaßnahmen der SPSG

Die in den Schlösser und Gärten bis 2017 geplanten Projekte

20.08.2009 Harald Rossa

Die SPSG hat für 10 Jahre 155 Millionen Euro zusätzlicher Investitionsmittel erhalten. Ein Masterplan nennt die geplanten Sanierungsmaßnahmen in Berlin und Brandenburg.

Am 18. August 2009 unterzeichneten der Staatsminister Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, und Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, im Grottensaal des Neuen Palais im Park Sanssouci ein Abkommen über die gemeinsame Finanzierung eines etwa 155 Millionen Euro schweren Sonderinvestitionsprogramms für die preußischen Schlösser und Gärten.

Hier werden nun die im Rahmen dieses Programms die von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) geplanten Projekte vorgestellt.

Schloss Charlottenburg (1695-1713 erbaut vom Nering und Eosander, zwischen 1740-1745 Erweiterung durch Knobelsdorff)

Am Schloss Charlottenburg ist die Überarbeitung der gesamten Hülle, d.h. der Fassaden, der Dächer und der Geländeanschlüsse im Traufbereich, vorgesehen. Damit soll die Bausubstanz erhalten, die Energieverbrauchswerte gesenkt sowie die klimatischen Bedingungen für die Kunstsammlungen optimiert werden. Unter Strich ist es das aufwendigste Projekt im ganzen Sonderinvestitionsprogramm und absorbiert mehr als die Hälfte der verfügbaren Summe.

Abschluss: 2017, Kosten: 87,6 Millionen Euro

Schloss Babelsberg (1934-1835 erbaut von Schinkel, 1844-1849 erweitert von Persius und Strack)

Schloss Babelsberg muss von Grund auf Instand gesetzt werden. Zunächst wird die Gebäudehülle mit Fassaden, Dächern, Außenfenster und -türen sowie die Dachkonstruktion mit der Zielvorgabe einer energetischen Optimierung saniert. Ebenso werden die der befestigte Außenbereich, die Terrassen und Treppenanlagen wieder hergerichtet.

Abschluss des ersten Teilabschnitts Hüllensanierung: 2013, Sanierungsbedarf insgesamt: 38,5 Millionen Euro

Park Babelsberg

Das ab 1843 gebaute Bewässerungsnetz wird komplett wieder hergestellt. Im Maschinenhaus wird eine neue Pumpstation eingebaut, Druckrohrleitungen verlegt und Brunnen, Fontänen und Wasserläufe saniert.

Abschluss: 2012, Kosten: 3,7 Millionen Euro

Graphische Sammlungen, Bibliothek, Depots, Restaurierungswerkstätten

In Potsdam werden zukünftig Bibliothek, Archiv, Fotothek und Dokumentation unter dem Namen Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) zu den preußischen Schlössern und Gärten ihren Platz haben und öffentlich zugänglich sein. Dazu sind Gebäude zu sanieren und Neubauten auf einem ehemals vom Hans-Otto-Theater genutzten Gelände am Rande des Parks Sanssouci zu errichten,

Abschluss: 2017, Kosten: 36,1 Millionen Euro

Orangerieschloss (1851-1864 erbaut von Stüler und Hesse)

Die Pflanzenhallen des Orangerieschlosses dienen der Überwinterung von Kübelpflanzen. Im Sommer sollen sie für Veranstaltungen genutzt werden. Der Mittelbau ist als Museumsschloss geöffnet.

Das Bauwerk hat im Dach- und Fassadenbereich noch erhebliche Schäden. Die Sanierung umfasst Fassaden, das Dach und Innenräume.

Abschluss Südfassaden der Pflanzenhallen: 2013, Abschluss Gesamtbau: nach 2017, Sanierungsbedarf insgesamt: 32 Millionen Euro

Neues Palais (1763-1769 erbaut von Büring, Manger und Gontard)

Friedrich II. erhob auch als Bauherr das Risiko zum Prinzip: In nur sechs Jahren ließ er seinen größten Schlossbau, gedacht als eine „Fanfaronade“ an die Welt, errichten. Er zwang seine Baumeister dabei seinen Willen auf und veranlasste sehr sparsames Bauen. Mit den Folgen dieses damaligen „Konjunkturprogramms" müssen sich die Fachleute der SPSG heute noch immer auseinandersetzen. Dank der Baumängel konnte Feuchtigkeit eindringen und bot dem Hausschwamm beste Bedingungen. Der Schlossbau ist in Teilen gefährdet und der Zutritt zu etlichen Räumen ist gesperrt.

Die geplanten Arbeiten haben das Jubiläumsjahr 2012 im Blick, das die SPSG zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen unter das Leitmotiv „Friederisiko" stellt. Dann sollen im Neuen Palais bisher unzugängliche Räume des faszinierenden Schlosses wieder zu sehen sein.

Kosten bis 2017: 25,7 Millionen Euro, gesamter Sanierungsbedarf für das Neue Palais: 121 Millionen Euro

Kolonnade am Neuen Palais (1766-1769 erbaut von Legeay und Gontard)

Die Kolonnade am Neuen Palais bildet zusammen mit den Communs den Rahmen für den einstigen Festplatz Mopke. Als letzte Kriegsruine in Sanssouci war das Natursteinbauwerk jahrzehntelang der Witterung ausgesetzt und befand sich in einem desolaten Zustand. Komplexe Aufgaben im Bereich der Tragwerkplanung, der Baukonstruktion, der Natursteinrestaurierung und der wissenschaftlichen Denkmalpflege sind zu lösen. 57 Skulpturen müssen restauriert werden.

Abschluss: 2012/13 , Kosten: 22 Millionen Euro

Marmorpalais (1787-1791 Gontard, Langhans; 1797 Boumann; 1843-1848 Hesse)

Die laufenden Arbeiten sind abzuschließen. Die Küche und die Außenanlagen mit Ufermauer und Fontänen müssen instand gesetzt werden.

Abschluss 2013, Kosten: 13,5 Millionen Euro

Schloss Cecilienhof (1913-1917 erbaut von Schultze-Naumburg)

Auch das Schloss Cecilienhof weist schwere Schäden auf. Hier müssen die technischen Anlagen dringend erneuert werden. Neben dem Gebäude werden auch die Außenanlagen um das Schloss neu hergerichtet.

Abschluss: 2016, Kosten: 9 Millionen Euro

Schloss Rheinsberg (1734-1740 erbaut von Kemmeter und Knobelsdorff; 1786 Weiterbau durch Boumann d. J.)

Im Schloss Rheinsberg werden bis 2013 werden noch Modernisierungs- und Restaurierungsarbeiten in den Innenbereichen durchgeführt.

Abschluss: 2013, Kosten: 6,8 Millionen Euro

Besucherempfang an der Historischen Mühle

Die Remise und das Mühlenhaus werden saniert. Ein Neubau in der Kubatur des im Krieg zerstörten Schweizerhauses soll das Ensemble ergänzen. So soll der Besucherservice für Sanssouci an einer Stelle zusammengefasst werden.

Abschluss des ersten Bauabschnitts: 2012. Sanierungsbedarf insgesamt: 6 Millionen Euro.

Schloss Pfaueninsel (1794 erbaut von Brendel)

Das Schloss auf der Pfaueninsel wird von Grund auf saniert.

Voraussichtlicher Abschluss: 2019, Sanierungsbedarf insgesamt: 4,6 Millionen Euro

Neuer Besucherempfang am Neuen Palais

Am Neuen Palais entstehen neue Besuchereinrichtungen mit Kassen, Aufenthalts- und Informationsräumen, Museumsshop, Bistro usw. Das vom Verfall bedrohte Südtorgebäude von Gontard wird dafür hergerichtet.

Abschluss: 2012/13, Sanierungsbedarf insgesamt: 3 Millionen Euro

Jagdschloss Grunewald (erbaut ab 1542, Umbauten ab 1706)

Die Außenanlagen um das Jagdschloss Grunewald werden saniert. Die Cranach-Sammlung ist ab Frühjahr 2011 wieder in dem Jagdschloss zu sehen.

Abschluss: 2011, Kosten: 2,8 Millionen

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