Fernsehturm Berlin hat am 3. Oktober GeburtstagVor 40 Jahren wurde der Riese am Alex von Walter Ulbricht eingeweiht
Mit 368 Metern ist er Deutschlands höchstes Bauwerk und ein Wahrzeichen Berlins. Ihm wurde das historische Zentrum der Stadt teilweise geopfert.
Wer mit der Sonne im Rücken erstmals auf das Zentrum Berlins zurollt, der reibt sich unter Umständen die Augen. Ein riesiges Kreuz auf einer Kugel weist ihm den Weg zum Alexanderplatz. Diesen Effekt haben die Erbauer des Turms vermutlich nicht gewollt. Aber sie konnten ihn auch nicht mehr verhindern, nachdem der Telespargel im Zentrum der Hauptstadt der DDR stand. Und nun darf der Turm am Alex gemeinsam mit der neuen Bundesrepublik Geburtstag feiern. Am 3. Oktober 2009 wird er vierzig! Und steht noch immer wie ein Fels in der Brandung des Verkehrs rundherum und der Dauerbaustelle Alex. Der Berliner Fernsehturm ragt 368 Meter hoch in den Himmel von Berlin. Das reicht zumindest zum der Ehre, das höchste Bauwerk Deutschland zu sein. Man hat ihn mitten in das historische Zentrum Berlin gepflanzt. Seine Nachbarn sind die mittelalterlichen Marienkirche und das Rote Rathaus. Die Planung des Berliner FernsehturmsBei der Teilung der Stadt lag das Wahrzeichen namens Funkturm, auch liebevoll „Langer Lulatsch“ genannt, im britischen Sektor. So kam es schon um 1950 zu Planungen für einen Fernsehturms in Berlin. Zunächst wurde ein Standort in den Müggelbergen ins Auge gefasst. Doch da gab es ein Problem: Er hätte in die Flugschneise des Flughafens Schönefeld geragt und so den Luftverkehr der DDR erheblich gestört. Dann wurde ein Platz am Rande des Volksparks Friedrichshain geprüft und verworfen. 1964 machte dann der Erste Sekretär des Zentralkomitees der SED, Walter Ulbricht, Nägel mit Köpfen. Er brachte das Projekt eines Fernsehturms im Zentrum der Stadt auf den Weg. Die Entwürfe für diesen Turm lieferten die die Architekten Hermann Henselmann und Jörg Streitparth. Die Bauplanung übernahm der VEB Industrieprojektierung Berlin. Die Bauten um den Fuß des Turmes wurden von Walter Herzog und Heinz Aust entworfen. Der Preis der Größe war, dass die Reste des Vorkriegsberlins am Alexanderplatz der Abrissbirne anheim fielen. Bis auf die Marienkirche und das Rote Rathaus wurde die Umgebung planiert. Der mittelalterliche Stadtgrundriss verschwand und eine Verkehrsschneise wurde durch Berlins Mitte geschlagen. Der Bau des FernsehturmsAm 4. August 1965 war Baubeginn. Mit dem Turm kletterten sofort auch die Baukosten ins Astronomische. Aber der Prestigebau wurde hochgezogen. Und verbaut wurde, was nötig war. Das musste allerdings zum Teil beim Klassenfeind beschafft werden. Die endgültigen Baukosten sollen nie zusammengerechnet worden sein. Der Turmschaft wurde in Kletterbauweise betoniert. Im Inneren des Turms kletterte ein Stahlgerüst mit in die Höhe. Das Stahlgerippe der der Kugel wurde am Boden montiert. Oben wurde ein Kran aufgebaut, der die Segmente der Kugel hinauf zog. Dieser Kran war danach verloren und er ist noch heute mit herunter geklapptem Ausleger dort oben. Oberhalb der Kugel wurde der Antennenträger aus etwa vier Meter langen Teilen montiert. Ein mit kletternder Kran besorgte den Transport nach oben. Vier Jahre brauchten die Männer vom Bau für die Errichtung dieses Riesen. EinweihungAm 3. Oktober 1969 wurde der Fernsehturm offiziell vom Vorsitzenden des Staatsrats der DDR, Walter Ulbricht, in Betrieb genommen. Schnell nahmen die Menschen in ihn Besitz. In der veröffentlichten Meinung wurde für ihn der Kosename „Telespargel“ lanciert. Der Fernsehturm heuteEr ist vermutlich noch heute das meist geknipste Fotomotiv Berlins. Und eine der Sehenswürdigkeiten Nummer 1 in der Hauptstadt. Etwa eine Million Menschen kommen jedes Jahr zum Turm. Tipps für den Besuch gibt es von Helmi Schäfer unter dem Titel „Der Fernsehturm am Alexanderplatz“ Nach der Wende wurde er ein wenig saniert. Das Drehtempo des Restaurants in 203 Metern Höhe wurde verdoppelt, denn im Kapitalismus muss schließlich alles etwas schneller gehen als im Sozialismus. So gehört er auch nicht mehr dem Volk, sondern einer Tochterfirma der Deutschen Telekom namens Deutsche Funkturm GmbH (DFMG). Das Drehrestaurant in der Kugel ist noch immer ein beliebter Treff für Eingeborene und Gäste. Ganz nebenbei wird der Turm sogar noch als Antennenträger für diverse Zwecke genutzt.
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