Die Kirche St. Marien in Beeskow

Eine der größten Kirchen in Brandenburg beherrscht das Stadtbild

28.09.2009 Harald Rossa

Die Kirche St. Marien im Zentrum der Stadt Beeskow gehört zu den größten Kirchenbauten in Brandenburg. Ihr hohes Langhaus und der trutzige Turm prägen das Stadtpanorama.

Weithin sichtbar grüßt die die riesige Kirche St. Marien in der märkischen Stadt Beeskow an der Spree.

Der Bau der Kirche

Die Kirche St. Marien im historischen Zentrum der Stadt Beeskow ist eine der größten Kirchenbauten in der Mark Brandenburg. Ihr gewaltiger Turm und das extrem hohe Kirchenschiff überragen die Dächer der Stadt.

Ältester Baukörper ist der Chor. Er war einer der ersten Umgangschöre in der Mark und wurde zwischen 1373 und 1433 erbaut. In der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts begann der Bau des Langhauses und des Westturmes. Dieser Bauabschnitt wurde 1511 vollendet.

Der Kirchenbau

St. Marien ist eine mehrschiffige gotische Hallenkirche mit Umgangschor, die in Backstein errichtet ist. Sie ist etwa 60 Meter lang und fast 34 Meter breit. Der Westturm ragt bis zu seiner Oberkante des Zinnenabschlusses 47 Meter auf. Die Hauptschiffe des Langhauses sind bis zum Gewölbescheitel etwa 23 Meter hoch gewesen.

Das Langhaus mit dem einbezogenen Westturm ist in 5 Joche gegliedert. Es hat drei gleich hohe Schiffe in den Abmessungen des Chors. Neben diesen Hallenschiffen schließt sich an der Südseite der Kirche ein ebenso langes, aber niedrigeres viertes Seitenschiff an. Die gesamte Kirchendecke war mit Stern- und Kreuzgewölben ausgestattet.

An der Nordseite des Chores steht ein zweigeschossiger Anbau. In seinem Untergeschoss befand sich die Sakristei. Das Obergeschoss beherbergt eine hohe gewölbte Kapelle, die früher durch große Fenster erhellt wurde und durch offene Bögen mit dem Kirchenraum verbunden war. Die Fenster sind geschlossen worden, doch ihr Maßwerk ist in der neuzeitlichen Ausmauerung zu erkennen. Die Kapelle wird als Märtyrerchor bezeichnet.

Doch lange konnten sich die Beeskower über ihre prächtige Kirche nicht freuen. Bei einem großen Stadtbrand im Jahr 1512 wurde die Kirche in Mitleidenschaft gezogen. Und 1513 brannte es im Turm und Dach und es entstanden weitere große Schäden. Die westlichen Gewölbefelder sind danach bis 1515 in einem typischen spätgotischen Rippenprofil erneuert worden. 1523 war schließlich auch der Turm wieder hergestellt. Unter der Leitung des Architekten und Denkmalpflegers Karl Friedrich Schinkel wurde zwischen 1834 und 1836 die Marienkirche in Beeskow restauriert. Von 1853 bis 1863 erfolgten weitere Instandsetzungen. Doch als Folge der Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist davon nichts mehr zu sehen.

Zerstörung der Marienkirche 1945 und ihr Wiederaufbau

Im April 1945 brannte die Kirche völlig aus. Die Innenausstattung wurde total vernichtet. 1952 wurde das südliche Seitenschiff 1952 zu einer Notkirche ausgebaut.

Seit 1991 wird die Ruine von St. Marien in Beeskow rekonstruiert. 1992 wurde der Grundstein zur Wiederherstellung der Chorarkaden gelegt. 1997 begann die Sanierung der Pfeilerbasen im Mittelschiff. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellte für diese Arbeiten bisher über eine Million Euro bereit.

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