Die Geschichte des Neuen Museums in Berlin

Die Berliner Museumsinsel hat nun wieder 5 nutzbare Häuser

28.02.2009 Harald Rossa

159 Jahre sind seit der ersten Eröffnung verstrichen. Davon war das Haus 69 Jahre verschlossen. Nun wurde aus der Ruine wieder das Neue Museum.

Unter König Friedrich Wilhelm IV., der auch „Künstler auf dem Thron“ genannt wurde, wurde in Preußen besonders viel gebaut. Kurz nach seinem Regierungsantritt ließ er 1841 mit den Arbeiten am Neuen Museum auf der Museumsinsel in Berlin beginnen. Das war eines der bedeutendsten Bauvorhaben in dieser Zeit. Friedrich August Stüler setzte die Wünsche des Königs um und zeichnete für den Entwurf verantwortlich. Dieses Gebäude gilt als ein Hauptwerk des Baumeisters Stüler.

Die Anfänge des Neuen Museums

Am 8. März 1841 ordnete der preußische König Friedrich Wilhelm IV. den Bau des Neuen Museums an. Denn die Räume des vorhandenen Museums reichten für die Präsentation der wachsenden Sammlungen nicht mehr aus. Der damalige Generaldirektor der Königlichen Museen, Ignaz Maria von Olfers und der Hofbaurat Friedrich August Stüler wurden mit der Planung betraut. Stüler schuf ein klassizistisches Gebäude, das dem Alten Museum von Schinkel seinen Raum ließ, aber doch eine ebenso gute Wirkung erzielte. Dabei tat sich im Inneren des Neuen Museum wirklich was Neues: Stüler schuf einen Stahlskelettbau. Denn die Raumanforderungen in Verbindung mit dem wenig tragfähigem Baugrund zwangen den Architekten zur Leichtbauweise. Und diese Bauweise erregte große Aufmerksamkeit unter den Kollegen des Baumeisters.

Bereits am 19. Juni 1841 wurde unter der Leitung von Carl Wilhelm Hoffmann mir der Räumung des Grundstücks und dem Aushub der Baugrube begonnen. Am 11. September 1841 begannen die Gründungsarbeiten. Zum Einschlagen der Pfähle wurde eigens eine Dampframme aus den USA beschafft, deren Wirken beachtliches Aufsehen in Fachkreisen und beim Publikum erregte. Am 6. April 1843 fand dann die Grundsteinlegung statt. Mitte 1847 konnte Wilhelm von Kaulbach mit der Ausmalung der Räume beginnen. Zahlreiche Berliner Künstler wurden an der Wand- und Deckengestaltung beteiligt.

Die ersten Sammlungen zogen 1850 im Neuen Museum ein

Im September 1850 wurden im Untergeschoss die ersten Abteilungen des Neuen Museums eröffnet. Das waren die Ägyptische Sammlung und das Kupferstichkabinett.

1855 wurde die Kunstkammer im dritten Geschoss eröffnet. 1856 war dann das Hauptgeschoss bezugsfertig. Es eröffneten die Sammlung Vaterländischer Altertümer und die Gipsabgusssammlung. Vier Zinkgussfiguren auf dem Dach und der Figurengruppe „Kunst und Kunsthandwerk" im westlichen Tympanon komplettierten den äußeren Schmuck des Gebäudes. 1859 wurde im Erdgeschoss die Ethnografische Sammlung eröffnet.

Nofretete wurde der Star des Neuen Museums

Zwischen 1919 und 1923 wurde der Griechische Hof wird Amarnasaal für die Ägyptischen Sammlung umgebaut. 1929 wurde ein Übergang zum Pergamonmuseum eingeweiht.

Mit Kriegsbeginn begannen 1939 die Sicherungsarbeiten im Neuen Museum

Ab Herbst 1939 waren die Sammlungen geschlossen. Die kleineren Objekte wurden ausgelagert. Die schweren und sperrigen Objekte blieben im Gebäude. Vermauerungen und Sandsäcke sollten sie vor den Einwirkungen von Bombentreffern schützen. In den Jahren 1943 bis 1945 verursachten Brand- und Sprengbomben sehr schwere Schäden an Gebäude und Bestand. Das Haus ist eine Ruine, die ab 1950 teilweise abgerissen wurden.

Nach der Zerstörung viele Jahre Dornröschenschlaf

Erst 1985 begannen Arbeiten zur neuen Gründung des Gebäudes und Sicherungsarbeiten an den noch bestehenden Teilen. Am 1. September 1989 beginnt eine Mikropfahlgründung, die bis 1994 dauerte.

Am 11. Dezember 1997 fiel bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz der Beschluss, den Architekten David Chipperfield mit der Planung des Wiederaufbaus des Neuen Museums zu beauftragen. Am 4. Juni 1999 wird dann das Gesamtkonzept für die Museumsinsel, der Masterplan, für die weiteren Sanierungsarbeiten auf der Museumsinsel vom Stiftungsrat beschlossen. Auch wurde 1999 die Berliner Museumsinsel in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen.

2003 wurde mit dem Wiederaufbau des Neuen Museums begonnen. Am 21. September 2007 wurde das Richtfest gefeiert. Die anschließenden Tage der Offenen Tür nutzten sehr viele Besucher zu einem Blick über die Baustelle. Am 5. März 2009 wird das Neue Museum nach den langwierigen Bauarbeiten wieder den Staatlichen Museen Berlin übergeben. Vom 6. bis zum 8. März 2009 stehen den Interessierten die Türen offen. Im März 2009 gibt es außerdem eine Reihe kultureller Veranstaltungen in dem noch leeren Haus.

Einen Neubeginn für das Neue Museum bringt das Jahr 2009

Dann beginnt der Aufbau der Ausstellungen. Voraussichtlich wird ab Herbst 2009 das Neue Museum wieder eröffnet sein. In dem nun mal wieder neuen alten Haus des Neuen Museums werden das Ägyptische Museum mit der Papyrussammlung, die Antikensammlung und das Museum für Vor- und Frühgeschichte Ausstellungen präsentieren.

Die Anschrift für Besucher:

Neues Museum. Museumsinsel, Bodestraße, 10178 Berlin-Mitte

Die wichtigsten Verkehrsverbindungen zum Neuen Museum:

S-Bahnlinien S5, S7, S75, S9 bis S-Bahnhof „Hackescher Markt“

Tramlinien M1, 12 bis Endhaltestelle „Am Kupfergraben

Tramlinie M4, M5, M6 bis „Hackescher Markt“

Buslinien 100, 200 bis Haltestelle „Am Lustgarten“

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