Die Römischen Bäder im Park Sanssouci

Kronprinz Friedrich Wilhelm schuf sich einen südländischen Ruheplatz

05.02.2010 Harald Rossa

Als Kronprinz ließ sich der spätere preußische König Friedrich Wilhelm IV. ab 1829 von Schinkel und Persius die Römischen Bäder am Rande des Parks Sanssouci errichten.

Hier ließ Kronprinz Friedrich Wilhelm, der spätere König Friedrich Wilhelm IV., seine Vorliebe für Italien und italienische Bauten voll zur Entfaltung kommen. Nach den Vorbildern römischer und italienischer Bauten entstand nach seinem Schloss Charlottenhof hier zwischen 1829 und 1840 ein besonderes Bauensemble. Das diente der Erholung des Kronprinzen, seiner Gattin Elisabeth Ludovika von Bayern und ihren Gästen.

Die Planungs- und Baugeschichte

Bereits 1826 wurde mit dem Baubeginn von Schloss Charlottenhof auch die Planung der Römischen Bäder begonnen. Karl Friedrich Schinkel und Ludwig Persius lieferten erste Entwürfe. Der Kronprinz selbst wirkte bei dem Entwurfsprozess mit einer Fülle eigener Zeichnungen intensiv mit. Der Bau begann 1829 und zog sich über mehr als 10 Jahre hin.

Das Bauensemble

Das Hofgärtnerhaus entstand 1829/30. Das Gärtnergehilfenhaus folgte 1832. Beide Bauten folgten den Vorbildern italienischer Landhäuser des 15. Jahrhunderts. Das Römische Bad entstand zwischen 1834 und 1840 und gab dem Ensemble schließlich seinen Namen. Es hat eine antike Villa zum Vorbild. Wie ein antiker Tempel ist der Teepavillon von 1830 gestaltet. Die einzelnen Gebäude sind durch Pergolen, Arkaden und Gartenteile miteinander verbunden.

Die asymmetrische Gestaltung der Anlage ließ kleine, offene Flächen entstehen, die zu Gärten oder Ruheplätzen wurden. Dank der Lage an dem künstlich angelegten Maschinenteich hatte das ganze Ensemble noch einen zusätzlichen Reiz.

Die ganze Anlage ist reich geschmückt. Da gibt es zwei Hermen des Dionysos, Fragmente pompejianischer Säulen, einen antiken Sarkophag und einen Brunnen mit einem Wasser speiendem Butt. Butt wurde übrigens der etwas beleibte Hausherr im Familienkreis gern genannt. Und Beete mit südländischem Gemüse und reichem Pflanzenschmuck weckten und wecken südliche Assoziationen.

In den weit ausgedehnten Anlagen des Parks von Sanssouci bilden die Römischen Bäder eine in sich geschlossene eigene Welt. Und doch sind auch diese Römischen Bäder fester Teil eines zusammengehörigen Ganzen, das heute als Weltkulturerbe unter Schutz steht.

Der Maschinenteich

Das Ensemble der Römischen Bäder grenzt an den so genannten Maschinenteich. Diesen künstlichen See ließ Peter Joseph Lenné bei der Gestaltung des Parks um das Schloss Charlottenhof anlegen. Seinen Namen erhielt das Gewässer, weil an ihm ein Dampfmaschinenhaus mit Pumpstation stand. Damit wurden die Fontainen im Park des Schlosses Charlottenhof in Gang gesetzt. Das Maschinenhaus wurde 1923 abgerissen. Heute erinnert eine große Brunnenschale an das Gebäude.

Die Römischen Bäder heute

Das Bauensemble der Römischen Bäder wird von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) betreut. Es ist zu besichtigen und häufig werden hier auch Sonderausstellungen präsentiert. Über Eintrittspreise und Öffnungszeiten informiert die SPSG mit ihren Internetauftritt.

Es bietet sich geradezu an, einen Besuch der Römischen Bäder mit einem Blick in das nahe Schloss Charlottenhof zu verbinden. Dies ließ sich der Kronprinz Friedrich Wilhelm vor den Römischen Bädern als Sommerschloss errichten.

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Der Butt begrüßt die Besucher der Römischen Bäder, Harald Rossa Der Butt begrüßt die Besucher der Römischen Bäder
   
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