Burg Beeskow im Seenland Oder-SpreeDie große Burganlage auf einer Spreeinsel ist heute Kulturzentrum
Die Burg Beeskow gehört zu den größten Anlage ihrer Art im Land Brandenburg. Die Teile, die den Zweiten Weltkrieg überstanden, sind heute das Kulturzentrum der Stadt.
Die Innenstadt von Beeskow steht noch immer auf ihrem mittelalterlichen Grundriss. Große Teile der Stadtmauern und viele Mauer- und Tortürme sind bis heute erhalten. Im Osten der Altstadt steht auf einer Insel in der Spree die Burg Beeskow. Sie war einst das Zentrum der Herrschaften Beeskow und Storkow und schützte die Stadt an der Handelsstraße Richtung Frankfurt(Oder). Die Burg BeeskowDie erste Auffälligkeit der Burg Beeskow ist die Größe. Mit einer Grundfläche von 6.000 Quadratmetern hat sie die doppelte Größe vergleichbaren Anlagen aus dieser Zeit und passt so zu der ebenfalls außergewöhnlich großen Stadtkirche St. Marien. Diese Bauten belegen so die Bedeutung des Beeskower Übergangs über die Spree. Auch der mächtige Burgturm fällt aus der Rolle. Seine Lage ist ungewöhnlich und er hat keinerlei Merkmale eines Bergfriedes als letztem Rückzugsraum der Burgbesatzung, Doch nach außen erweckt er einen besonders wehrhaften Eindruck. Heute ist die Burg Beeskow ein kulturelles Zentrum im Landkreis Oder-Spree. Es beherbergt eine ständige Kunstausstellung, die den Schwerpunkt auf Kunst der DDR legt, und ein Regionalmuseum, dessen Attraktion der Folterkeller im Salzhaus ist. Der mächtige Turm darf bestiegen werden und betet vom Dach einen Rundblick über das Seenland Oder-Spree. Das Atelierhaus bietet mit einem Seminarraum, Maleratelier, Bildhaueratelier und Töpferei Raum für kreative Tätigkeiten. Weiter bieten Burg und Burghof Raum für Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Art. Etabliert haben sich das Musikfestival OperOderSpree, der Kultursommer der Streleburgen Friedland-Beeskow-Storkow und das Osterspectaculum. Die Gründung der Burg BeeskowDie Lage der Burg auf einer Insel in der Spree ähnelt der Lage vieler slawischer Niederungsburgen im Land östlich der Elbe. Auch hier kann eine slawischer Vorgängerburg vermutet werden, doch einen Beleg gibt es dafür nicht. Die Stadt und die Burg Beeskow wurde 1272 erstmal erwähnt, die Nachbarstadt Storkow bereits 1209. Die Burg Beeskow selbst wurde 1316 erstmals urkundlich erwähnt. Seit dieser Zeit waren die Herren von Strehle (auch die Schreibweise Strele findet sich häufig in der Literatur) hier ansässig. Es entstanden die drei Strele-Burgen in Beeskow, Storkow und Friedland. Die Herrschaften Beeskow und Storkow waren zwischen den Markgrafen von Brandenburg und denen von Meißen umstritten. Doch ab 1347 waren diese Gebiete Teile der Niederlausitz und die Herren Lehnsträger der Meißener Markgrafen. Kurze Baugeschichte der Burg BeeskowDie Geschichte der Burg ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden, die im Beitrag „Geschichte der Stadt Beeskow“ abgehandelt ist. Um 1300 ließen die Herren von Strehle mit dem Bau der steinernen Burg auf der Spreeinsel am östlichen Rand der Siedlung Beskow beginnen. Feldsteine dienten zunächst als Baumaterial. Später herrschte Mauerwerk aus Backstein vor. Bereits der Palas, der um 1320 begonnen wurde, ist ein reiner Backsteinbau. Die Burg wurde erst nach dem Übergang der Herrschaft an die Herren von Bieberstein im Jahr 1377 vollendet. Das betrifft den Burgturm und das mit ihm erbaute Salzhaus. 1519 kaufte der Bischof von Lebus, Dietrich von Bülow, die Burg und ließ sie umfassend sanieren und zur bischöflichen Residenz umgestalten. Das Salzhaus erhielt es eine neue Rückwand und die Kellergewölbe wurden eingebaut. Die Wohnräume wurden komfortabel ausgestattet und erhielten Öfen. Später folgten dann viele An- und Umbauten und die Funktion einer Festung ging verloren. Dann übernahm der preußische Fiskus die Burg und richtete ein Salzlager in dem heutigen Salzhaus ein. Der Turm wurde weiterhin als Gefängnis genutzt. Im frühen 18. Jahrhundert wurde das Eckhaus, auch Verwaltungsgebäude, neben dem Burgtor gebaut. 1790 wurde das Salzhaus umfassend saniert. Der Palas wurde baufällig und 1828 wurde das oberste Geschoss des Hauses abgetragen. Auch das Salzhaus, dort vor allem die Rückwand, musste immer wieder saniert werden. Nach der Übernahme der Burg durch die Stadt Beeskow kamen nach und nach kulturelle Nutzungen in die Burgräume, die für die neuen Nutzungen jeweils hergerichtet wurden. Zu einer umfassenden Sanierung kam es dann erst nach der Wende, als der Kreistag die Nutzung der Burg als kulturelles Zentrum beschloss. Doch noch immer sind die Kriegsfolgen auf der Burg deutlich erkennbar. Mehr Information zur Burg BeeskowSibylle Badstübner-Gröger (Hrsg.): Beeskow, aus der Reihe Schlösser und Gärten der Mark, 2. Auflage 2006, Freundeskreis der Schlösser und Gärten der Mark in der Deutschen Gesellschaft Die Schrift kann über den obigen Link bestellt werden. Sie ist an der Kasse der Burg Beeskow erhältlich.
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